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Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten

Immer noch hatte er das Kommando über die Artillerie der Italienarmee, die in Nizza stationiert war. Die Moral der Truppe war allerdings ganz unten, denn seit Monaten hatten die Soldaten keinen Sold mehr gesehen. Napoleon konnte jedoch mit begeisternden Reden seine Schützlinge wieder auf seine Seite ziehen. Auch was die militärische Taktik betraf, so wurde der Italienfeldzug ein Vorbild für zukünftige Feldzüge. Er erlangte so seinen ersten Ruhm als großer Feldherr und wurde beispielsweise auch von den Bewohnern Mailands als großer Befreier gefeiert.

Nach dem Italienfeldzug wurde ihm ein neues Kommando zugewiesen, denn man wollte nun Ägypten erobern. Dies sollte bezwecken, dass Großbritanniens Zugang nach Indien gestört wurde. So brach man 1798 auf, gemeinsam mit Wissenschaftlern und Künstlern, aber auch 38.000 Soldaten. Nachdem man die Mamlukenarmee besiegt hatte, zogen Napoleons Truppen in Kairo ein. Da seine Schiffe von der britischen Flotte versenkt wurden waren, war die Armee zunächst erst einmal vom Mutterland abgeschnitten. Allerdings nutzte Napoleon die Zeit, denn aufgrund der mitgereisten Experten begann man zu forschen. Er gründete das Institut d'Égypte. Während der Expeditionen entdeckte man auch den berühmten Stein von Rossette, der zur Entschlüsslung der Hieroglyphen einen wesentlichen Anteil hatte. Er selber wurde in Ägypten allerdings von der einheimischen Bevölkerung nicht als Befreier gesehen, wie das noch in Italien der Fall gewesen war, sondern als fremder Eroberer. So gab es auch einige Aufstände, die blutig niedergeschlagen wurden. Nach und nach sah er ein, dass die Ägyptenexpedition nicht mehr durchzusetzen war und so kehrte er, auch aufgrund einer innenpolitischen Krise in Frankreich, 1799 zurück.